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Pressestimmen


 Was meint die Presse ?

Wernau.  An Bewegung hat es Oliver Otto nie gemangelt. Der Ex-Profi-Kicker ist auf vielen Spielfeldern zuhause, jetzt bringt er auch Kinder zum Rennen.

Balu

Balu - das ist doch der dicke, knuddlige Bär aus dem Dschungelbuch. Tanzen kann er, aber sonst ist er ein wenig tapsig, singt ja nicht umsonst "Versuchs mal mit Gemütlichkeit. . .". Motorisch und koordinativ ist Balu nicht auf der Höhe, so wie viele Kinder. Zu wenig rennen, laufen, klettern, zu viel Fernsehen und Computer, Reizüberflutung.

Bei Oliver Otto hat Balu eine ganz andere Bedeutung. B steht für Balance, A für Antrieb und Antizipation, L für Lokomotion sprich Bewegung, und U für Umsicht im Verkehr. Mit diesem Programm zur Bewegungserziehung will er Kinder zwischen fünf und acht Jahren fit machen im Allgemeinen und im Besonderen für den Straßenverkehr.

"Heutzutage fallen immer mehr Kinder durch die Fahrrad-Prüfung", stellt Otto fest. An was es liegt? Dass sie weniger aktiv sind als die Wald- und Wiesengenerationen vor ihnen, ist bekannt. Das heißt nicht, dass die Kinder von heute fauler sind, sondern es ist in erster Linie an den Umständen geschuldet. Vor dem Haus mit dem Roller rumdüsen, geht längst nicht mehr überall, sich vor die Glotze zu setzen ist auf den ersten Blick ungefährlicher. Aber der Nachwuchs wird auch verhätschelt, mit dem Auto zur Schule gekarrt, obwohl jeder Lehrer weiß, dass laufende Kinder ausgeglichener im Klassenzimmer ankommen.

All das haben zahllose Wissenschaftler untersucht, Oliver Otto hat es im Rahmen des Balu-Pilotprojekts praktisch belegt. Bevor er mit seiner Bewegungsbaustelle, den Laufrädern, Pedalos und Verkehrsschildern bei Vorschulkinder in Wernau auftauchte, traten sie zum Eingangstest auf ein computergesteuertes Wackelbrett. Gefragt waren Balancegefühl, Orientierung und Reaktionsfähigkeit.

"Die Ergebnisse sind erschreckend", stellt Otto fest, wenn auch nicht überraschend für den Sportlehrer, der die Dinge gerne ganzheitlich angeht. Die Kinder kamen auf einen Schnitt von 4,7 auf der Schulnotenskala. Nicht nur bei den sprichwörtlichen Coach-Potatoes klemmte es. "Unter den 75 Prozent, die bei 4,5 und schlechter lagen, waren auch gute kleine Fußballer", berichtet Otto von Problemen mit Koordination und Konzentration. Der einstige Profi-Kicker selbst kam vor einem Jahr übrigens auch nur auf 2,7. "Inzwischen bin ich aber bei einer glatten Eins." - Ansporn genug.

Eines macht Oliver Ottos koordinative Früherziehung auf jeden Fall: Spaß. Mit Holländern, kleinen oder großen Laufrädern, Pedalos und anderen Balancier-Geräten herumzukurven - quasi nebenbei - auf Verkehrsschilder zu achten, ist eine Herausforderung. Zur Abwechslung können sich die Kinder auch mal mit kleinen und großen Tieren identifizieren. Bei Übungen aus Yoga und Gymnastik kommt es schon vor, dass Otto als Hase über den Hof hüpft. Da hat der Vater zweier Töchter keine Hemmungen.

Nach zwei "Trainingseinheiten" wurde in Wernau wieder gemessen. Das Ergebnis: 96,7 Prozent aller Kinder verbesserten sich, im Schnitt um fast 38 Prozent. Nur noch sieben Prozent kamen nicht auf ausreichende Ergebnisse, ein Sechser war keiner mehr dabei.

Im nächsten Jahr kommt Otto mit Balu wieder nach Wernau, auch Kinder anderer Gemeinden sollen in den Genuss kommen - sofern sich Sponsoren finden. Schließlich soll es für die Kinder kostenlos sein.

Ob die kurzen Sport- und Spaßeinheiten eine nachhaltige Wirkung haben, die Kinder sich mehr bewegen, sich weniger kutschieren lassen - man weiß es nicht. "Aber wenn wir dadurch nur einen Unfall weniger hätten, hätte es sich gelohnt", meinte Otto. Am wichtigsten Hebel aber sitzen die Eltern.

Info www.oli-otto.de


erschienen in der Südwestpresse Ulm am 14.10.2010



Mit Balu eine ganze Note besser

 

WERNAU: 96,7 Prozent der Kindergartenkinder verbessern Koordination - Sportlehrer Oliver Otto legt Ergebnisse des Pilotprojekts vor

Lauf- und Fahrräder aller Art haben Wernauer Kindergartenkinder Ende April im Schulhof der Teckschule ausprobiert. Bei seinem Bewegungs-Training erklärt 0liver Otto (knieend) den Steppkes aber auch, was die Verkehrsschilder bedeuten und wo sie anhalten müssen.

balu

 


Hunderte von Daten hat der Sport- und Gymnastiklehrer Oliver Otto ausgewertet, Diagramme erstellt und Noten ausgerechnet. Doch mit den Ergebnissen seines Bewegungsprogramms Balu ist der Wernauer mehr als zufrieden: 96,7 Prozent der knapp hundert Kindergartenkinder haben ihre Koordination verbessert - nach nur zwei Einheiten zu je 90 Minuten. Durchschnittlich betrug der Leistungszuwachs 37,9 Prozent.

Von Regina Schultze

„Das ist toll, ich hatte nicht mit so guten Ergebnissen gerechnet", sagt der ehemalige Fußballbundesliga­spieler, der dieses Jahr seine Sportlerkarriere beendet hat. Umso mehr will er Kindern Spaß an der Bewegung vermitteln und sie fit für den Straßenverkehr machen. Für diesen Zweck hat er sein „koordinatives Früherziehungsprogramm" namens Balu entwickelt, wobei die Buchstaben für Balance, Antrieb und Antizipation, Lokomotion (Bewegung) und Umsicht im Verkehr stehen. „Wenn wir dadurch nur einen Unfall weniger in der Statistik hätten, hätte sich schon alles gelohnt", sagt der 37-Jährige, der selbst zwei Töchter hat.

 Im Durchschnitt fast mangelhaft

Ob seine Sport- und Spaßeinheiten Langzeitwirkung entfalten, ob sich ein Kind danach mehr bewegt, ob es zur Schule radelt, statt von den Eltern chauffiert zu werden, das alles lässt sich natürlich nicht feststellen. Aber jetzt gibt es handfeste Werte, die zeigen, was sein Mix aus Verkehrserziehung, Bewegungsschulung und Balance­übungen bewirkt. In der (Schul-) Notenskala von 1 bis 6 erreichten die Kinder vor Balu einen Schnitt von 4,7, also nahezu mangelhaft - danach steigerte er sich auf 3,5. Beim Test mussten die Kinder eine Minute lang die Balance auf einem computergesteuerten Wackelbrett halten, das Gleichgewichtssinn, Reaktionsschnelligkeit und Orientierung registrierte.

Als Otto vor einem Jahr den Test selbst versuchte, schaffte der Profi-Sportler „nur" eine 2,7. Inzwischen kommt er auf die glatte 1 - wie übrigens zwei Jungs, die das beim Kontrolltest nach dem Training schafften. Recht erschreckend waren für Otto aber die Vorher-Ergebnisse: Sieben Kinder erreichten zunächst nur die 6, ungenügend. Drei Viertel der Kinder, genau 75 Prozent, kamen auf Noten von 4,5 und schlechter - diese wurden den Eltern nicht mitgeteilt. „Unter den 75 Prozent waren auch gute Sportler", weiß der Wernauer. Doch auch kleine Kicker und andere Vereinssportler hätten Koordinations- oder Konzentrationsprobleme. Es könne durchaus sein, dass Kinder besser abschnitten, die ein Musikinstrument spielen. „Die haben sehr gute Verschaltungen im Gehirn."

Das Resultat nach dem Pilotprojekt, das die Bosch BKK, die Firma Junkers und die Stadt Wernau ermög­licht hatten, ist jedenfalls äußerst ermutigend: „Sechsen" gab es gar keine mehr, nachdem die Kinder auf dem Schulhof der Teckschule Laufräder, Pedalos, Skateboards, Roller, Gokarts und Stelzen testen durften und auf Wackelbrettern wie ein Hase hocken oder einbeinig wie ein Flamingo zu stehen übten. Der Anteil von 75 Prozent mit Noten von 4,5 bis 6 schrumpfte nach dem Programm auf 7 Prozent.

 

2011 in zwei Städten

 

Mit Balu will der begeisterte Sportler dem Bewegungsmangel und der Reizüberflutung durch Medien entgegenwirken. Gleichzeitig bekommen die Kinder Verhaltensregeln für den Straßenverkehr erklärt. „Überraschend war für mich, dass die Kinder sagten: ‚Du bist jetzt mal die Ampel‘ oder ‚Ich möchte der Polizist sein‘", berichtet Otto. „Das hatte ich so gar nicht vorgesehen." Für die Kinder würde er sich wünschen, dass jedes einzelne in seinem Leben einmal so ein Programm mitmachen kann. Ebenso toll fände er es, wenn die Kleinen nicht nur zwei mal 90 Minuten, sondern ein ganzes Jahr üben könnten - was da erst für Noten herauskämen . . .

Eines steht aber immerhin fest: Die Wernauer Vorschulkinder kommen im Frühjahr 2011 wieder in den für sie kostenlosen Genuss von Balu. Außerdem ist eine weitere Stadt vorgesehen. Vermutlich wird es Kirchheim, eventuell Plochingen, die Gespräche laufen. Kontakt hat der Sportlehrer, der in Esslingen und Nürtingen unterrichtet, neuerdings zum Verkehrsclub Deutschland (VCD), für den er Mitte Juli auf dem Stuttgarter Schlossplatz seine Bewegungsbaustelle aufbaute. Mit den Vertretern der Organisation, zu deren Zielen umweltbewusste Mobilität und Verkehrssicherheit gehören, trifft er sich, um weitere Aktionen zu besprechen.

 

Bald eine „Balu-Lizenz"?

 

Der Erfolg zieht Kreise: Ein Sportlehrer aus einem Ort bei Schweinfurt fragte bei Otto an, ob er selbst in seinem Ort Balu anbieten dürfe. Sollten sich solche Anfragen mehren, denkt Oliver Otto daran, Fortbildungen anzubieten, um die Leute zu schulen und quasi eine „Balu-Lizenz" zu vergeben. Erstes Fazit: Schon bei der Premiere schafft Balu eine Bestnote.

erschienen in der Esslinger Zeitung vom 05.08.2010

 

StgtNachricht

Bericht aus den Stuttgarter Nachrichten vom 17.06.2010

 

BALU - Koordinative Bewegungserziehung

Balu
 

Wernauer Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen

Wernau red.| Rund 100 Vorschulkinder haben am Pilotprojekt BALU teilgenommen. Der ehemalige Profifußballer und Sport- und Gymnastiklehrer Oliver Otto bereitete mit dem neuartigen Projekt die Kinder auf das richtige Verhalten im Straßenverkehr vor, steigerte ihre Koordinationsfähigkeiten und sorgte ganz nebenbei noch für jede Menge Spaß.

BALU, die vier Buchstaben stehen für Balance, Antrieb und Antizipation, Lokomotion (Bewegung) und Umsicht, wobei letzteres gerade bei der Teilnahme im Straßenverkehr eine wichtige Rolle spielt. Das Programm beschäftigt sich mit den Folgen des zunehmenden Bewegungsmangels, der Reizüberflutung durch die neuen Medien und der abnehmenden Teilnahme der Kinder im Straßenverkehr. BALU versucht die Defizite der Kinder im koordinativen und kognitiven Bereich auf spielerische Art und Weise messbar zu reduzieren und den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre ersten eigenen Erfahrungen im Straßenverkehr zu machen. Bürgermeister Armin Elbl freute sich sehr, dass Oliver Otto als langjähriger Lehrbeauftragter der Realschule das Pilotprojekt in Wernau durchführte und war von Anfang an von den Übungen und dem Konzept überzeugt.

97 Prozent der Kinder haben sich verbessert

Profisportler werden wohl nicht alle, aber nachdem das BALU Pilotprojekt nun abgeschlossen ist, sprechen die gemessenen Leistungswerte für sich: 97 Prozent aller Kinder haben ihr koordinativen Fähigkeiten verbessert und dies durchschnittlich um über 37 Prozent. „Wichtig finde ich, dass sich die Kinder zusätzlich zu dieser gemessenen Verbesserungsrate, die doch sehr gravierend ist, auch im Umgang und der Sicherheit im Straßenverkehr verbessern konnten", so der Erfinder des Programms, Oliver Otto.

Richtiges Verhalten im Straßenverkehr

Die Kinder hatten bei den Praxistests, bei denen sie mit Hilfe von lustigen Gefährten wie beispielsweise Laufrädern, Dreirädern ohne Lenker oder einer Mischung aus Fahrrad und Skateboard, jede Menge Spaß und Bewegung. Ganz nebenbei verbesserten sie dadurch spielerisch ihre koordinativen Fähigkeiten und lernten, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten. So machten die Kinder Erfahrungen, wie beispielsweise eine Ampel schaltet. Was grundsätzlich im Straßenverkehr beachtet werden muss, was verschiedene wichtige Verkehrsschilder bedeuten und wie man seine eigene Geschwindigkeit kontrollieren und an den Verkehr anpassen kann. Unterstützt haben das Projekt die Betriebskrankenkasse Bosch, die Firma Bosch/Junkers und die Stadt Wernau.

Bilder: Wernau

erschienen in der Webzeitung und im Wernauer Anzeiger

 

Radeln, rollen und balancieren mit Balu

 

WERNAU: Sportlehrer Oliver Otto testet neues Bewegungsprogramm für Kindergartenkinder - Erfolgskontrolle im Juli

 

Aufgepasst am Zebrastreifen: Die Kinder dürfen alle Roller, Räder, Gokarts oder Pedalos ausprobieren und über den Schulhof toben. Neben dem Bewegungs- und Koordinationstraining vermittelt Oliver Otto (Mitte) auch Verkehrsregeln.Foto: Bulgrin


 

Aufgepasst am Zebrastreifen: Die Kinder dürfen alle Roller, Räder, Gokarts oder Pedalos ausprobieren und über den Schulhof toben. Neben dem Bewegungs- und Koordinationstraining vermittelt Oliver Otto (Mitte) auch Verkehrsregeln.Foto: Bulgrin

 

Von Regina Schultze

 

Balu heißt der nette, dicke Bär im „Dschungelbuch", der‘s lieber mit Gemütlichkeit probiert. Balu heißt aber auch das neue Bewegungsprojekt des Wernauer Sportlehrers Oliver Otto. Und bei der Premiere auf dem Schulhof der Teckschule geht es alles andere als gemütlich zu. Da juchzt die sechsjährige Caroline, als sie ihr Laufrad in Bewegung setzt, die gleichaltrige Antonia versucht, auf einem Dreirad ohne Lenkrad - einer Vorstufe fürs Einrad - um die Kurve zu fahren, und Natalie hat „Mega-Spaß" mit ihrer Mischung aus Fahrrad und Skateboard, wie sie sagt, bevor sie mit Tempo den aufgemalten Zebrastreifen überfährt. „Da müsste man eigentlich langsam fahren", merkt sie selbstkritisch an. Das hatte der ehemalige Fußballprofi Otto der Kinderschar zuvor beigebracht. Was man aber beim Toben und Ausprobieren der ein- bis vierrädrigen Gefährte, teils selbst erfundene Prototypen, schon mal vergisst.

 

Giraffe mit Blick in den Himmel

 

Das findet Oliver Otto bei der ersten Praxiseinheit seines Balu-Projekts überhaupt nicht schlimm. Balu steht bei ihm für Balance, Antrieb und Antizipation, Lokomotion (Bewegung) und U wie Umsicht im Verkehr. Der Erfinder des „Gaudimobils" hat sich diesmal Übungen für die Fünf- bis Achtjährigen ausgedacht. „Immer mehr Kinder fallen durch die Radprüfung - das hat es früher gar nicht gegeben", sagt der 37-Jährige. Immer mehr sind unbeweglich und dick. Das will er ändern, den Kindern Spaß an der Bewegung vermitteln.

Auf dem Schulhof kostet das keine großen Überredungskünste. Die Kleinen schnappen sich sofort die abenteuerlichen Roller, Räder, Gokarts oder Pedalos aus dem Fuhrpark. Oder die Holzskier für zwei Leute, bei denen man sich absprechen muss, wann welcher Fuß gesetzt wird. Das schult die Koordination. Kindgerecht und witzig führt der Sportlehrer die Balanceübungen ein. Auf verschiedenen Wackelbrettern können sie kauern wie ein Igel, hocken wie ein Hase, stehen wie ein Pfau oder sogar einbeinig wie ein Flamingo - je nach Können. „Das ist alles nicht schwer", findet Valdin.

Auch die fünfjährige Nelly kann alle Tiere auf dem wackligen Untergrund darstellen. Erst bei der Giraffe gerät sie ins Straucheln, bei der sie hoch oben im Baum ihr Fressen suchen soll. Balancieren mit Blick in den Himmel - das ist wirklich eine Höchstschwierigkeit. Einfacher ist es da, den Elefanten zu machen und mit den Armen einen Elefantenrüssel zu bilden. Oliver Otto macht‘s vor. „Miau", macht der Ex-Fußball-Profi und die Minis kringeln sich vor Lachen.

 

„Törö" statt „Miau"

 

„Das muss Törö heißen", rufen einige und alle prusten kräftig im Chor „Törö", ohne dass das verlangt worden wäre. Das erinnert ans Kasperltheater im besten Sinn, in dem die Minis auch voll dabei sind. Auch die Verkehrserziehung ist alles andere als langweilig. Das Schild für den Fußgängerüberweg kennen manche schon. „Da laufen Menschen drüber." Zebrastreifen heißt das Zauberwort. „Muss ich mich da als Zebra anmalen?", fragt Otto, worauf alle kichern. „Nein! Man muss anhalten." Genau.

In sieben der acht Wernauer Kindergärten hat Otto die knapp 100 Kinder getestet, die im Sommer in die 1. Klasse kommen. Ein computergesteuertes Koordinationsgerät registrierte die Werte für Gleichgewichtssinn, Reaktionsschnelligkeit und Orientierung. Auf der Punkteskala der Schulnoten 1 bis 6 erreichten die Fünf- bis Sechseinhalbjährigen den Durchschnittswert von 4,7, also nahezu mangelhaft. Nach der ersten Einheit gestern folgen weitere eineinhalb Stunden. Anfang Juli ist die Erfolgskontrolle, dann wird der Eingangstest wiederholt. 200 Berufsschüler der Friedrich-Ebert-Schule in Esslingen-Zell hatten ihre Werte in einem ähnlichen Projekt um 45 Prozent verbessert. Sie hatten in acht Sportstunden jedes Mal etwa zehn Minuten lang Koordination trainiert.

 

Bericht aus der Esslinger Zeitung vom 24.4.2010

 

 

Mit Vollgas drüber, oder wie?"

 

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Ex-Fußballprofi Oliver Otto stellt in seinem Beruf als Sportlehrer das Bewegungsprogramm „Balu" für Kinder vor

 

Wernau. Von zahllosen Augenpaaren verfolgt zu werden, ist Oliver Otto gewöhnt. Schließlich hat er in seiner Zeit als Profifußballer oft genug die Blicke auf sich gezogen. Dass ihn im Hof der Wernauer Teckschule

 

Peter Eidemüller

 

nun 25 Kindergartenkinder mit großen Augen anschauen und ungeduldig von einem Bein aufs andere tippeln, hat mit dem runden Leder aber nichts tun. Der 37-Jährige, im richtigen Leben Sport- und Gymnastiklehrer, hat die Pimpfe um sich geschart und erklärt, was sie vor sich sehen - nämlich einen Parcours mit Verkehrsschildern, Zebrastreifen und dem Grund, warum die Kinder so ungeduldig sind: Hölzerne Gokarts, Roller, Räder und Pedalos liegen in großer Zahl parat, dazu hat Oliver Otto noch die von ihm konzipierte Bewegungsbaustelle aufgebaut. „Freut ihr euch schon?", fragt er in die Runde. „Jaaa", schallt es zurück.

Was auf den ersten Blick wie ein bloßer Spielenachmittag aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Programm zur koordinativen Bewegungserziehung. Oliver Otto hat es „Balu" getauft, was die Kinder an den gutmütigen Bären aus dem Dschungelbuch erinnern und den Erwachsenen als Abkürzung dienen soll: Aus Balance, Antrieb, Lokomotion und Umsicht wird Balu. Otto reagiert damit auf den zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und die Reizüberflutung in deren täglichem Leben. Zwei Aspekte, die nachweislich dazu führen, dass Kinder im Straßenverkehr stärker gefährdet sind als je zuvor. „Das Programm versucht, Defizite im koordinativen und kognitiven Bereich auf spielerische Art zu reduzieren", erklärt Otto.

Im Hof der Teckschule sieht das konkret so aus: Die Kids jagen mit ihren Gefährten über den Miniatur-Verkehrsübungsplatz, sollen dabei aber auf die kleinen Plastikverkehrsschilder achten. So wie die kleine Leonie, die sich auf ihrem Laufrad einem Stoppschild nähert. „Was macht man da?", fragt Oliver Otto, „mit Vollgas drüber, oder wie?" Leonie guckt ihn verdutzt an. „Nein, da muss man natürlich anhalten."

So selbstverständlich ist Verkehrserziehung heute nicht überall. „Immer mehr Kinder schaffen die Radfahrprüfung nicht mehr", weiß Otto, der für sein Pilotprojekt knapp 100 Kindergartenkinder getestet hat, die im Sommer in die Grundschule kommen. Mithilfe eines Koordinationsgeräts maß er Gleichgewichtssinn, Reaktionsschnelligkeit und Orientierung - mit erschreckendem Ergebnis. Nach Schulnotenskala kamen die Kids gerade mal auf eine 4,7.

Damit sie wieder lernen, wie man gleichzeitig radelt, die Balance hält, auf Verkehrsteilnehmer und Schilder achtet, sollen die Kinder neben der Fahrerei mit den Holzgefährten auch spielerisch angelegte Übungen an der Bewegungsbaustelle machen. So wie Fabian, der mit ausgestreckten Armen auf einer Art Vibrationsplatte balanciert und dabei die Anweisung befolgt, die auf einer Holztafel vor ihm steht. „Benimm dich wie ein Affe" - das lässt er sich nicht zweimal sagen und gibt Ua-Ua-Ua-Laute in bester Gorilla-Manier von sich. Eine Station weiter soll Sophie auf einem schmalen Holzstück wie ein Pfau stolzieren - mit geschlossenen Augen. „So können die Kinder die Balance üben, die sie auf den Holzgefährten noch nicht haben", erklärt Oliver Otto den Synergieeffekt der beiden Balu-Bausteine.

Dass er seinen Zöglingen auf diesem Weg nicht nur eine sicherere Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht, ist für ihn willkommener Nebeneffekt. „Koordinativ gut ausgestattete Kinder verletzen sich weniger, lernen schneller und steuern ihre Bewegungen besser", sagt er. Bester Zeitpunkt für diesen Lerninhalt sei das Alter zwischen 6 und 14. „Danach", so Otto, „kann ein Mangel nur bedingt ausgeglichen werden." Dass es trotzdem möglich ist, beweist der Erfolg, den er vergangenes Jahr in Esslingen feierte. Dort hatten 200 Berufsschüler in einem ähnlichen Projekt ihre Koordinationswerte um 45 Prozent verbessert.

Dass „Balu" ähnlich einschlägt, daran zweifelt Oliver Otto nicht. Um bei potenziellen Geldgebern wie Krankenkassen oder dem Kultusministerium selbstbewusster auftreten zu können, will der Wernauer Anfang Juli mit den Kindern den Eingangstest wiederholen, um Erfolge zu messen. Nähme man die Begeisterung der 25 Kindergartenkids als Maßstab, könnte er sich den Test sparen.

Mehr zum Projekt „Balu" und seinen Zielen gibt es im Internet unter www.oli-otto.de.

 

erschienen im Teckboten vom 04.05.2010

 

 

BALU - Koordinative Bewegungserziehung mit Oliver Otto in Wernau

Fit für den Straßenverkehr

Der Umgang mit den sogenannten „neuen Medien" ist für die Kleinsten in unserer Gesellschaft längst nichts Neues mehr. Leider verbringen viele Kinder zu viel Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer. Die Folgen sind oft mangelnde Bewegung und schwach ausgeprägte koordinative Fähigkeiten. Um hier bereits im frühen Kindesalter rechtzeitig gegen zu steuern, hat der ehemalige Profifußballspieler und Sport- und Gymnastiklehrer, Oliver Otto, ein Programm zur koordinativen Bewegungserziehung für Kinder entwickelt. In Kooperation mit der Betriebskrankenkasse Bosch, der Firma Bosch/Junkers und der Stadt Wernau, findet derzeit das Pilotprojekt BALU in Wernau statt.

BALU, die vier Buchstaben stehen für Balance, Antrieb und Antizipation, Lokomotion (Bewegung) und Umsicht, wobei letzteres gerade bei der Teilnahme im Straßenverkehr eine wesentliche Rolle spielt. Das Programm beschäftigt sich mit den Folgen des zunehmenden Bewegungsmangels, der Reizüberflutung durch neue Medien und der abnehmenden Teilnahme der Kinder im Straßenverkehr. BALU versucht Defizite im koordinativen und kognitiven Bereich auf spielerische Art und Weise messbar zu reduzieren und den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre ersten eigenen Erfahrungen im Straßenverkehr zu machen.

Pilotprojekt in Wernau

Oliver Otto startet das BALU Programm als Pilotprojekt in Wernau. Derzeit laufen in allen Wernauer Kindergärten die Eingangstests, bei denen spielerisch die Ist-Werte der Vorschulkinder erfasst werden. Als nächstes folgt ein Bewegungsparcours der reale Beispiele aus dem Straßenverkehr widerspiegelt. Die Kinder sollen dabei, als Teilnehmer im Straßenverkehr, mit Lauf-, Bewegungs- und Koordinationsgeräten ihre koordinativen und kognitiven Fähigkeiten verbessern und gleichzeitig an alltägliche Verkehrssituationen herangeführt werden.

Bausteine des Programms

Der Bewegungsparcours schafft auf spielerische Art und Weise Bewegungsräume, die zur Verbesserung der Koordination der Kinder führen. Hierbei kommen verschiene Fahrgeräte zum Einsatz. Das Rollen, Fahren, Lenken, Steuern und Transportieren führt dazu, dass die Kinder lernen sich besser zu orientieren. Damit das Gelernte einen festen Bezug zur Teilnahme am Straßenverkehr gewinnt, arbeitet das Programm mit echten Verkehrszeichen und Regeln. Durch die Verbindung von Bewegung und Koordination werden neben der Orientierungsfähigkeit auch die Differenzierungs-, Gleichgewichts-, Kopplungs- und Reaktionsfähigkeit verbessert. Nicht zuletzt vermittelt das abwechslungsreiche Programm auch noch Spaß an der Bewegung selbst.

Ziele

Durch BALU sammeln die Kinder schon im Kindergarten Erfahrungen über das richtige Verhalten im Straßenverkehr und die koordinativen Fähigkeiten verbessern sich bereits nach kurzem Training. Darüber hinaus prägt das Programm das Sozialverhalten der Kinder. Sie lernen auf andere Personen Rücksicht zu nehmen und sich korrekt im Straßenverkehr zu verhalten. Letztendlich bringt es den Kindern sehr viel Spaß und trägt dazu bei, dass die Unfallhäufigkeit verringert und die Bewegung an der frischen Luft gesteigert wird.

 

erscheint in der Webzeitung

 

 

"Balu" wieder in Kirchheim

Nach dem durchschlagenden Erfolg im vergangenen Jahr hat sich die Stadt Kirchheim erneut „Balu“ auf den Rollschuhplatz geholt. Das Projekt von Ex-Bundesligafußballer Oliver Otto soll Defizite im koordinativen und kognitiven Bereich auf spielerische Weise reduzieren.


Peter Eidemüller

Kirchheim. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: 75 Prozent der Kinder, die an „Balu“ teilnehmen, haben vor Beginn des Programms kaum oder keine koordinativen Erfahrungen – im Wald auf einem Baumstamm das Gleichgewicht halte, über einen Bach auf Steinen balancieren oder einfach nur ohne Umfallen auf einem Bein stehen: Viele Kinder im Vorschulalter sind dazu heutzutage laut der Auswertung von Oliver Otto nicht mehr in der Lage.


Der Sport- und Gymnastiklehrer aus Wernau beobachtet schon seit Jahren einen immer größer werdenden Bewegungsmangel, der gepaart mit einer permanenten Reizüberflutung dazu führt, dass Kinder kaum noch gefahrlos am Straßenverkehr teilnehmen können. „Die Straßenverkehrserziehung in der vierten Klasse kommt für viele da schon zu spät“, weiß der 39-Jährige, der die Kleinen deswegen dort abholt, wo Inhalte noch leicht auf spielerischem Wege vermittelt werden können: im Kindergarten. Seit Jahren schon bietet der ehemalige VfB-Profikicker landesweit sein selbst entwickeltes Programm zur koordinativen Bewegungserziehung kostenlos in Kindergärten an. Balu heißt das Zauberwort, mit dem Otto Balance, Antizipation, Lokomotion und Umsicht schult.


Wie das in der Praxis funktioniert, zeigte er dieser Tage im Kirchheimer Rathaus, wohin Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker zum Infogespräch geladen hatte. Gekommen waren mit Axel Stephan von Intersport Räpple und Frank Sommer von der Frank-Uwe-Sommer-Stiftung zwei von vier Sponsoren des Projekts. Vertreter des Medizinischen Versorgungswerks Kirchheim und der Firma Sommer Torantriebe, die „Balu“ ebenfalls unterstützen, ließen sich entschuldigen. Matt-Heidecker, Stephan und Sommer ließen sich von Oliver Otto ausführlich erklären, wie die Kinder lernen sollen, gleichzeitig zu radeln, die Balance zu halten sowie auf Verkehrsteilnehmer und -schilder zu achten.


Ein noch genaueres Bild gibt‘s dann am Freitag kommender Woche, wenn die ersten von insgesamt 164 Kindern aus neun Kirchheimer Kindergärten den von Oliver Otto zum Verkehrsübungsplatz umfunktionierten Rollschuhplatz in Beschlag nehmen. Neben Lauf- und Bewegungsgeräten aller Art warten dort dann auch Bewegungsbaustellen, an denen die Kinder gleichzeitig Tiere nachahmen und auf verschiedene Arten die Balance halten sollen – der kurzweilige Mix aus Spaß und Lernen hat bereits vergangenes Jahr über 150 Kindergartenkinder begeistert und ist darüber hinaus nur einer von vielen Gründen, warum laut Oliver Ottos Auswertung dank „Balu“ die Quote koordinativ unerfahrener Kinder von 75 auf sieben Prozent gesunken ist.


erschienen im Teckboten am 5.5.2012