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19.05.08 |Transfermarkt.de:

Oliver Otto: "35, topfit - Warum aufhören?" -> Artikel lesen 

 

Sport, Spiel und Soziales:

            Stoff für ein Buch gäb‘s genug

 

 

Fünf Kilometer durch den Wernauer Nordic-Walking-Park - ein Lauf mit Fußballer, Lehrer, Trainer, Initiator und Organisator Oliver Otto (3)


        


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wernau. Die Reifen drehen durch, der weinrote VW-Bus bewegt sich keinen Millimeter vom Fleck. Kurzerhand legt Oliver Otto einen Ast hinters rechte Vorderrad und schiebt seinen Wagen mit aller Kraft an. Da: die Räder haben wieder Grip, ruckelnd und zuckelnd bewegt sich das Gefährt nach links, kommt nach einer 180-Grad-Kurve wieder auf sicherem Asphalt zum Stehen. „Noch mal richtig was Abenteuerliches zum Abschluss", lacht Oliver Otto. Nach gut einer halben Stunde gemeinsamem Jogging durch den von ihm initiierten Nordic-Walking-Park in Wernau war sein im Schnee stecken gebliebener Bus in der Tat ein zusätzlicher Adrenalinkick.

 

Dabei gibt es im Leben von Oliver Otto eigentlich schon genug Aufregendes: Fußballer mit Profivergangenheit in Stuttgart, Ulm und Griechenland, staatlich geprüfter Sport- und Gymnastiklehrer, Inhaber der DFB-Trainer-B-Lizenz, Spieleerfinder, Trainer für Nordic Walking und Gehirnentfaltung, Aquajogging- und Wassergymnastiklehrer, Organisator und Initiator zahlreicher Projekte zur Bewegung und Koordination - wer dachte, der 37-Jährige sei „nur" der Mann mit der Nummer 6 bei Fußballoberligist VfL Kirchheim, täuscht sich gewaltig.

 

„Mir ist‘s eigentlich nie langweilig", schmunzelt er auf den ersten Metern der schneebedeckten Bosch-BKK-Strecke, eine von dreien im Nordic-Walking-Park, den Oliver Otto vor knapp zwei Jahren mit aus der Taufe gehoben hat - mit Erfolg. „Hier sind regelmäßig Leute unterwegs, der Park wird gut genutzt. Neulich habe ich sogar Skilangläufer gesehen", sagt er, der in dem Waldstück zwischen Wernau, Hochdorf und Notzingen auch Nordic-Walking-Kurse anbietet. Wie aufs Stichwort kommen zwei Rentner mit Stöcken entgegen. „Hallo, guten Tag", grüßt Oliver Otto im Vorbeilaufen.

 

Der gebürtige Kirchheimer ist schon viel rumgekommen. Neuseeland, USA oder die Karibik hat er mit seiner Frau Birgit in zahlreichen Urlauben bereist. In Griechenland hat er vor neun Jahren eine Saison lang in der ersten Liga gekickt und die kuriosesten Geschichten erlebt. Etwa die, als ihm der Präsident seines damaligen Athener Clubs einen Blankovertrag vorlegte, in den er selbst sein Gehalt eintragen sollte, nur damit er bei den Hellenen verlängert.

 

Oliver Otto, der seiner Familie zuliebe wieder nach Deutschland zurückkehrte, hat nicht nur deshalb schon öfter mit dem Gedanken gespielt, ein Buch zu schreiben. „Stoff gäb‘s genug", meint er und hat recht: Abseits aller sportlichen Erfolge - Otto wurde unter anderem 1992 Deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart und absolvierte ein U21-Länderspiel - ist der Vater zweier Töchter nämlich ein sozial äußerst engagierter Mann. Projekte wie das sogenannte Pedalo-Spielmobil, das Fussy-Fußballcamp oder ein Zirkuscamp denkt sich der Sportlehrer mit Lehrauftrag an zwei Schulen in Nürtingen und Esslingen mal eben aus und setzt sie dann mit unbändiger Energie um. „Kindern und Jugendlichen durch Sport Erfolgserlebnisse zu verschaffen, das ist eine tolle Sache", erklärt er, „ich finde es wichtig, dass sie sehen, dass da einer ist, der etwas bewegen will und nicht nur daherredet."

 

Dass er ein Schaffer ist, beweist er nicht zuletzt dadurch, dass er ab und an auch Spiele erfindet, mit Vorliebe Gesellschaftsspiele. Eines davon hat bereits das Interesse der Profis von Ravensburger geweckt. „Wenn ich irgendwann mal Zeit habe, werde ich das sicher intensiver betreiben", sagt er. Unzählige Ideen zu anderen Spielen schlummern in der „Spiele-Kiste", wie er sie nennt.

 

Die Bosch-BKK-Runde gibt linker Hand den Blick auf eine Allee turmhoher Tannen frei - irgendwo dahinter müsste doch Hochdorf liegen, oder? Egal: Schon geht‘s leicht bergab in einer Rechtskurve wieder in den Wald, der knirschende Schnee gibt auf dem eisglatten Untergrund festen Tritt.

 

Just den hatte Otto auch, als er mal durch die Ötztaler Alpen joggte. Die knapp 3 000 Höhenmeter die er dabei überwand, waren eher Mittel zum Zweck. „Da ging‘s um das bewusste Erleben der Natur und die Erholung", sagt er, der sich ein Leben ohne Sport nur schwerlich vorstellen kann. „Wenn ich mal einen Tag nichts mache, ist das schon komisch."

 

Dass da genügend Zeit für Frau und Kinder bleibt, ist nicht selbstverständlich - bei Tausendsassa Oliver Otto aber eben doch. „Ich spiele sehr viel mit meinen Kindern, kann die meisten meiner Ideen gleich mit ihnen ausprobieren." Als wären Job, Ehrenamt und Familie nicht schon genug, jagt Oliver Otto immer noch dem Fußball als aktiver Spieler hinterher - aus dem defensiven Mittelfeld der VfL-Oberligaelf ist er nicht wegzudenken. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, ob er noch eine Saison dranhängt, weiß er nicht. „Spaß macht‘s mir immer noch, keine Frage. Aber ich werde nicht jünger."

 

Klarer Fall von Understatement: sämtliche Steigungen auf der 4,5-Kilometer langen Runde durch den Nor­dic-Walking-Park meistert der Ex-Profi mit links. „Ich bin schon immer sehr gerne gelaufen", versichert er, „das hängt wohl mit meiner Position zusammen, da muss man ja schließlich auch viel laufen."

 

Mit seinem neuesten Projekt trifft er übrigens den Nerv der Zeit - während alle Welt noch über die Ursachen von Gleichgewichtsproblemen, Bewegungsmangel und Reizüberflutung bei Kindern diskutiert, hat Oliver Otto „Balu" parat. Damit will er Defizite im koordinativen und kognitiven Bereich auf spielerische Art und Weise mit dem Ziel reduzieren, Kindern eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu ermöglichen.

 

„Viele sind überfordert damit, Verkehrsschilder zu lesen und gleichzeitig die eigene Geschwindigkeit und die von Autos einzuschätzen", verdeutlicht er mit leuchtenden Augen - der Mann sprüht nur so vor guten Ideen und Enthusiasmus. Schade, dass nach nicht ganz einer halben Stunde schon wieder sein VW-Bus in Sichtweite kommt. Die BKK-Bosch-Runde ist mit ihren 4,5 Kilometern einfach zu kurz, um alle Geschichten von und mit Oliver Otto zu erfahren. Wie gut, dass er unter www.oli-otto.de seine eigene Homepage pflegt. Dass er sich Erstellung und Gestaltung selbst beigebracht hat, versteht sich bei einem Allround-Talent wie ihm fast schon von selbst.

Peter Eidemüller

Auszug aus dem Teckbote vom 18.02.2010

 

 


 

  Das machen die "Aufstiegshelden"

 Jubel

 Mittelfeldmotor Oliver Otto ( 1. von links ) und Rainer Widmayer jubeln nach dem Aufstieg

 

VfL-Fußballer machen es sich beim 4:1 über Au schwerer als nötig

 

TorAu

 

Fußball-Oberligist VfL Kirchheim ist rechtzeitig auf die Erfolgsspur zurückgekehrt. Nach zwei Punktspiel-Niederlagen in Folge, gelang dem abstiegsbedrohten Team von Trainer Rolf Baumann gegen den Tabellenvorletzten SpVgg Au an der Jesinger Allee ein schwer erkämpftes 4:1 (2:0).

REIMUND ELBE

Beschäftigung hatten die favorisierten Kirchheimer Akteure gegen die Auer am Samstag dann in der Tat - allerdings mehr als ihnen lieb sein konnte. Nicht der vor heimischem Publikum so erfolgsverwöhnte VfL (zuletzt fünf Siege in sechs Spielen) diktierte in den meisten Phasen der Partie den Spielrhythmus, sondern der Gegner aus Bayern. Immer wenn sich die Schlinge um den Hals enger zog, wussten Baumanns Kicker sie rechtzeitig zu lockern. Nachdem Routinier Oliver Otto (36) im Anschluss an einen weiten Abschlag des VfL-Keepers Michael Stowers in der 22. Minute, das zu diesem Zeitpunkt völlig überraschende 1:0 per raffinierten Heber von der Strafraumgrenze besorgte hatte (Ottos erstes Saisontor), legte Neueinsteiger Braha eine Viertelstunde später mit seinem ersten Saisontreffer nach. Der Kirchheimer Youngster nahm einen Steilpass dankend an und erzielte mit einem wuchtigen, platzierten Flachschuss aus knapp 16 Metern das 2:0 - für die Auer das Signal, auf alles oder nichts zu spielen...

Tore: 1:0 Otto (22.), 2:0 Braha (37.), 2:1 Heidecker (53.), 3:1 Tunjic (82., Foulelfmeter), 4:1 Tunjic

 

 

 
 

Zwei Teams auf Augenhöhe

Am Mittwoch (19 Uhr) gastiert der VfL Kirchheim an der Kreuzeiche zum Derby der Fußball-Oberliga. Mit dabei wird ein bekannter Mann als Co-Trainer sein: Der Ex-Reutlinger Oliver Otto ist unter der Teck tätig.

Der Kirchheimer Co-Trainer Oliver Otto (jetzt 38 Jahre alt) ist im zweiten Jahr beim VfL Kirchheim tätig, spielte von 2004 bis 2008 in Reutlingen - nach seinen Stationen VfB Stuttgart und SSV Ulm 1846.

Bei den "Spatzen" schaffte Otto den Durchmarsch von der drittklassigen Regionalliga in die 1. Bundesliga, dennoch blickt er auch äußerst positiv auf seine Reutlinger Zeit zurück, wo ihm vor allem der Zusammenhalt im Team imponierte.

Oliver Otto sieht bezüglich der Situation unterhalb der Teck klar: "Wir sind nicht ganz zufrieden. Wir hatten einen guten Start, dann einen Einbruch mit zu vielen Niederlagen, ehe wir uns gefestigt haben. Zuletzt ging es aufwärts. Aber wir müssen eben den Abstand nach hinten bei fünf oder sechs Absteigern halten. Wir haben immerhin 33 Punkte.."

Otto spielt selbst nicht mehr mit, obwohl er zugibt: "Ab und zu juckt es, aber die jungen Talente sollen für den VfL Kirchheim spielen."

In Reutlingen kickte Otto einst mit Waidmann und Rill zusammen. Der Kirchheimer Co-Trainer sieht die fünftklassige Oberliga kritisch: "Das Oberliga-Niveau ist eben nicht so hoch. Ich spielte einst mit dem SSV Reutlingen in der drittklassigen Regionalliga, das war schon was anderes. Das Ganze ist eben amateurhaft, auch bei den Zuschauerzahlen - bis auf wenige Ausnahmen."

Für Oliver Otto ist der FC Nöttingen der Topfavorit, doch Waldhof Mannheim sei im Kommen. Deshalb glaubt er, dass nur Waldhof (im Mannheimer Carl-Benz-Stadion siegte der VfL Kirchheim als einziges Team) den FC Nöttingen noch bedrängen kann. Nöttingen sei stabil gewesen, auch spielerisch stark. Otto dachte immer, dass das Wittwer-Team aus der Pforzheimer Peripherie es packen kann, aber jetzt sei an der Tabellenspitze wieder einiges offen.

Beim VfL Kirchheim spielen unter anderem mit Mike Baradel, David Hertel und Daniel Hentschel ehemalige SSV-Spieler. Marcel Ziegler kickt seit der Winterpause beim SSV Reutlingen II: "Das sind Talente. Nun zeigt sich, ob sie den Sprung endgültig schaffen."

Zuletzt spielten Hertel und Hentschel nicht immer.

Otto blickt vorwärts: "Das mittelfristige Ziel des VfL Kirchheim muss es sein, mal in die Regionalliga aufzusteigen. 2012 kommt die neue Regel mit fünf Regionalligen, das muss einfach ein Ziel werden. Wir haben 200 bis 300 Zuschauer. Nur wenn attraktive Teams kommen, haben wir vielleicht mal 400 bis 500 Fans."

Basketball mit der 2. Liga ist zuschauermäßig in Kirchheim ein Renner, die Kulissen beim Fußball sind unterhalb der Teck fast schon traditionell eher bescheiden.

Otto weiß: "Die Aufstiegschancen sind 2012 größer, vielleicht kommen drei Teams nach oben."

Der VfL-Trainer sieht den SSV Reutlingen als Zuschauermagneten, das sei in der damals drittklassigen Regionalliga toll gewesen, auch auswärts habe man viele Fans gehabt. An diese Zeit denkt er gerne zurück. Wenn er gegen Teams, bei denen Otto einst spielte, antreten muss, ist der Coach emotional schon aufgeladen: "Ich glaube, dass die beiden Teams am Mittwoch auf Augenhöhe sind, wobei der SSV wie Waldhof in die 3. Liga gehört - vom Umfeld oder Stadion her gesehen. Der SSV Reutlingen hat nach der Insolvenz - darüber rede ich nicht gerne - ein junges Team aufgebaut, das sich gefunden hat. Ich erwarte morgen ein interessantes spannendes Spiel ."

Aus der SWP vom 06.04.2011

 

 

Lockeres Auslaufen

28.05.2010

Oberliga-Schlussakkord: VfL - Crailsheim




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Heimspiel gegen den TSV Crailsheim heißt es für den VfL Kirchheim morgen gleich dreimal Abschied zu nehmen. Abschied von der Oberligasaison 2009/10, die lange verheißungsvoll verlief und enttäuschend endete. Abschied von Interimstrainer Thomas Stumpp, der sich künftig wieder um die „U19" im Verein kümmert. Und Abschied vom Mittelfeldstrategen Oliver Otto als Spieler.

 

KLAUS SCHLÜTTER

 

Kirchheim. Mit dem 37-jährigen Oliver Otto beendet eine der schillerndsten Spielerfiguren der Oberliga seine aktive Laufbahn. Er will morgen unbedingt spielen, obwohl ihn zuletzt eine Innenbandzerrung im Knie mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt hat.

Der gebürtige Kirchheimer kann auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Über den TSV Wernau kam er einst zum VfB Stuttgart, wurde mit den „Roten" zweimal deutscher A-Jugendmeister und kam in 25 Jugend-Länderspielen zum Einsatz. Er bestritt sechs Bundesligaspiele für den VfB, stand im Kader der 92er-Meistermannschaft. Die weiteren Stationen: Mit dem SSV Ulm 1998 Aufstieg in die Bundesliga, 2001 zu Akratitos Ano Liosia nach Griechenland, Waldhof Mannheim, Borussia Fulda, SSV Reutlingen, 2008 Rückkehr in seine Geburtsstadt.

Was der Sport- und Gymnastiklehrer an der FES in Esslingen und Trainer-B-Lizenzinhaber künftig machen wird, ist noch offen. Eine Möglichkeit ist der Job des VfL-Co-Trainers an der Seite von Rainer Kraft.

Otto wünscht sich zum Ausklang seiner Laufbahn einen Sieg.

 

 

Oliver Otto beim VfL Kirchheim

Ein Spieler aus dem letztjährigen Regionalliga-Kader des SSV Reutlingen ist bei einem  anderen Klub untergekommen:

Oliver Otto schloss sich dem Oberliga-Schlusslicht VfL Kirchheim an. »Ich helfe in Kirchheim aus, weil sich der Verein in einer prekären Situation befindet«, erklärte der 35 Jahre alte Otto. Der in Wernau wohnende Mittelfeldspieler erwarb in den vergangenen Wochen die Trainer-B-Lizenz, war mit seinem Fußball-Camp beschäftigt und ist zudem selbstständig. »Ich bin derzeit richtig gut beschäftigt«, so Otto, der nach der Trennung von Peter Starzmann im Juni als neuer SSV-Trainer gehandelt wurde und bereits mit Hochdruck auf der Suche nach neuen Spielern war.

Auszug aus dem gea vom 04.09.2008